Flughäfen

    
Flughäfen und Fluggesellschaften müssen an einem Strang ziehen, damit der deutsche Luftverkehr wettbewerbsfähig bleibt.


Ohne Flughäfen können die Fluggesellschaften nicht fliegen. Dies heißt jedoch nicht, dass jeder Flughafen für die deutschen Airlines von gleicher Bedeutung ist. Tatsächlich ist auffällig, dass es insbesondere an den deutschen Flughäfen, die im europäischen und globalen Wettbewerb stehen, Kapazitätsengpässe gibt, während in der Fläche immer wieder neue kleine Flughäfen entstehen, die um Nachfrage ringen. Der BDF setzt sich für eine bedarfsgerechte Flughafeninfrastruktur ein. Dies bedeutet auch den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Der von der Initiative Luftverkehr für Deutschland erarbeitete Grundsatz zur Vermeidung von Subventionen beim Flughafenbetrieb und der Masterplan zur Entwicklung der Flughafeninfrastruktur in Deutschland (PDF-Download) legen aus Sicht des BDF eine geeignete Grundlage.

Die Fluggesellschaften begrüßen eine stärker koordinierende Rolle des Bundes in Infrastrukturangelegenheiten. Ohne ein Gesamtkonzept für den Bedarf von Flughafenkapazitäten und deren Verteilung wird der Luftverkehrsstandort geschwächt. Eindrucksvolles Beispiel liefert hierfür Italien, dessen internationale Drehkreuze heute in Frankreich und Deutschland liegen statt am eigentlich prädestinierten Flughafen Mailand-Malpensa (PDF-Download).

Der BDF unterstützt die Flughäfen, die ihre Kapazitäten auf Grund schon erkennbarer Nachfrageüberhänge erweitern wollen. Dabei ist es uns allerdings wichtig, dass die Flughäfen in Abstimmung mit den Airlines, also den Kunden der Flughäfen, ausgebaut werden. Nur so entsteht eine Infrastruktur, die die Fluggesellschaften optimal nutzen können, die bezahlbar ist und zukünftig die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrs gewährleistet.

Zur Stärkung des Luftverkehrsstandortes setzt sich der BDF für eine Reform der Flughafenentgelte ein. Diese Entgelte machen über alle unsere Mitglieder gesehen ein Fünftel ihrer Kosten aus. Während die Fluggesellschaften ihre Produktivität seit Jahren immer weiter verbessern und gleichzeitig mit steigenden Treibstoffpreisen zu kämpfen haben, erhöhen die Flughäfen die Entgelte pro Passagier trotz eines stetigen Verkehrswachstums weiterhin kontinuierlich (PDF-Download).


Die Lage ist gekennzeichnet durch die Monopolstellung der Airports bei den Entgeltverhandlungen und eine derzeit nichtfunktionierende Regulierung (PDF-Download). Diese erfolgt durch die Bundesländer, die einerseits für die Genehmigung von Entgelten zuständig sind, andererseits aber als Miteigentümer der Flughäfen an der Steigerung dieser Gewinne Interesse haben. Zum Abbau dieser Interessenkollission und zur Gewährleistung einer transparenten und unabhängigen Regulierung aller Flughafenentgelte hat der BDF die Einsetzung der Bundesnetzagentur vorgeschlagen (PDF-Download). Gelingt hier eine Trendwende nach dem Beispiel von Flughäfen wie Manchester oder Kopenhagen, die ihre Entgelte pro Passagier in den letzten vier Jahren um 38% bzw. 28,6% senkten, wird der Luftverkehrsstandort Deutschland seine Spitzenstellung im Luftverkehr halten können und für die Passagiere noch attraktiver werden.

Wirtschaftswachstum kann besonders durch den konsumentenfreundlichen Ausbau der Flughäfen erzielt werden. Da Airlines und Airports gemeinsam große Personenströme lenken, könnte ein einheitliches Kassensystem - das so genannte Single Till (PDF-Download) - den Luftverkehr maßgeblich voranbringen. Der BDF ist bereit, mit den Flughäfen zukunftweisende Entgeltstrukturen und -konzepte zu erörtern und einzuführen. Die deutschen Fluggesellschaften erkennen dabei an, dass es nicht um einseitiges Rosinenpicken, sondern um eine gemeinsame Geschäftsentwicklung gehen muss. Vom BDF erarbeitete Konzepte berücksichtigen genau diesen Punkt.